Berechnet das Fristende für Einspruch gegen Steuerbescheid und Bußgeldbescheid sowie für Widerspruch gegen einen Verwaltungsakt, inklusive Bekanntgabefiktion, Wochenend- und Feiertagsregel und verbleibender Tage.
Kündigungsfristen im Arbeitsrecht berechnen
Die Kündigungsfrist ist die Zeitspanne zwischen dem Zugang der Kündigungserklärung und dem rechtlichen Ende des Arbeitsverhältnisses. Sie ist gesetzlich im §622 des Bürgerlichen Gesetzbuces (BGB) geregelt, kann aber durch individuelle Arbeitsverträge oder Tarifverträge (z.B. TVöD, TV-L) abweichend festgelegt werden. Diese Berechnung ist für beide Seiten – Arbeitnehmer und Arbeitgeber – von großer Bedeutung, um Rechtssicherheit zu gewährleisten.
Wie wird die gesetzliche Kündigungsfrist berechnet?
Das Gesetz unterscheidet grundsätzlich zwischen Kündigungen während und nach der Probezeit. Die gesetzliche Probezeit darf maximal sechs Monate betragen.
- Während der Probezeit beträgt die Kündigungsfrist für beide Seiten 14 Kalendertage (§622 Abs. 3 BGB). Eine Kündigung zum Monatsende ist hier nicht vorgeschrieben. Das Arbeitsverhältnis endet genau 14 Tage nach Zugang der Kündigung.
- Nach der Probezeit gelten folgende Regeln:
- Für den Arbeitnehmer beträgt die gesetzliche Kündigungsfrist konstant 4 Wochen zum 15. oder zum Ende eines Kalendermonats (§622 Abs. 1 BGB). Die 4-Wochen-Frist (28 Tage) ist immer einzuhalten. Endet sie vor dem 15., tritt die Kündigung zum 15. ein. Endet sie nach dem 15., tritt sie zum Monatsende ein.
- Für den Arbeitgeber verlängern sich die Fristen gestaffelt nach der Dauer der Betriebszugehörigkeit, ebenfalls zum 15. oder Monatsende:
- bis 2 Jahre Beschäftigung: 4 Wochen zum 15. oder Monatsende.
- 2 Jahre: 1 Monat zum Monatsende.
- 5 Jahre: 2 Monate zum Monatsende.
- 8 Jahre: 3 Monate zum Monatsende.
- 10 Jahre: 4 Monate zum Monatsende.
- 12 Jahre: 5 Monate zum Monatsende.
- 15 Jahre: 6 Monate zum Monatsende.
- 20 Jahre: 7 Monate zum Monatsende.
Vertragliche und tarifliche Abweichungen
Von den gesetzlichen Regeln kann zu Gunsten des Arbeitnehmers abgewichen werden. Das bedeutet: Vertraglich oder tariflich können längere Kündigungsfristen für den Arbeitgeber vereinbart werden. Kürzere Fristen sind nur während der ersten sechs Monate (Probezeit) oder durch Tarifvertrag möglich. Viele Tarifverträge sehen eine einheitliche Frist von drei Monaten zum Monatsende für beide Seiten vor.
Ein Beispiel aus der Praxis
Herr Schmidt ist seit dem 15. Mai 2023 in einem Unternehmen angestellt und möchte am 10. Oktober 2026 kündigen. Er hat keine Probezeit mehr und es gilt der gesetzliche Regelfall. Seine Beschäftigungsdauer beträgt zum Kündigungszeitpunkt 3 volle Jahre. Als Arbeitnehmer hat er eine gesetzliche Frist von 4 Wochen (28 Tage). Die Kündigung geht am 10.10. zu. Die Frist von 28 Tagen endet am 07.11.2026. Da dieses Datum vor dem 15. des Monats liegt, endet das Arbeitsverhältnis gemäß §622 Abs. 1 BGB am 15.11.2026.
Häufige Fragen und Besonderheiten
Was passiert, wenn das Fristende auf einen Feiertag oder Wochenende fällt? Grundsätzlich verschiebt sich das Ende nicht auf den nächsten Werktag. Das Arbeitsverhältnis endet genau an dem berechneten Datum. Auszahlungen o.ä. können jedoch am nächsten Werktag erfolgen.
Gilt die Monatsende-Regel immer? Nein. Während der gesetzlichen Probezeit (14 Tage) endet das Arbeitsverhältnis genau nach Ablauf der 14 Tage. Auch individuell vereinbarte Fristen, die nicht ausdrücklich "zum Monatsende" lauten, können zu einem beliebigen Kalendertag enden. Bei gesetzlichen Fristen in Monaten (Arbeitgeber ab 2 Jahren) und tariflichen Fristen endet das Arbeitsverhältnis jedoch immer zum Monatsende.
Was muss ich nach der Berechnung tun? Sie kennen nun das genaue Enddatum Ihres Arbeitsvertrages. Für den nächsten Schritt empfehlen wir, eine formgerechte Kündigung zu verfassen.
Das richtige Dokument für Ihren nächsten Schritt
Nachdem Sie Ihre Kündigungsfrist berechnet haben, sollten Sie die Kündigung schriftlich und fristgerecht einreichen. Wir bieten Ihnen passende Vorlagen an:
- Für Arbeitnehmer: Nutzen Sie die Kündigung durch den Arbeitnehmer, um Ihr Arbeitsverhältnis formell und korrekt zu beenden. Die Vorlage hilft Ihnen, alle notwendigen Angaben zu machen.
- Für Arbeitgeber: Die Kündigung durch den Arbeitgeber unterstützt Sie bei der Erstellung eines rechtssicheren Schreibens, inklusive der Angabe des Vertragsendes unter Berücksichtigung der berechneten Frist.