Berechnet die monatliche Rate und die Gesamtkosten eines Konsumkredits (Annuitätendarlehen) in der Schweiz gemäss KKG.
Was ist Zinseszins und warum ist er so mächtig?
Zinseszins beschreibt den Effekt, dass nicht nur das ursprünglich angelegte Kapital (das Startkapital) Zinsen erwirtschaftet, sondern auch die bereits gutgeschriebenen Zinsen in den folgenden Perioden wiederum verzinst werden. Dieser scheinbar kleine Unterschied führt über längere Zeiträume zu einem exponentiellen, also überproportional starken Wachstum des Vermögens. Albert Einstein soll den Zinseszins als „das achte Weltwunder“ bezeichnet haben. Er wirkt sowohl bei Anlagen wie Sparplänen, ETFs oder Festgeldern als auch bei Schulden wie Darlehen oder Krediten. Für Anleger ist er der treibende Motor der Vermögensbildung, für Schuldner eine potenzielle Gefahr der Schuldenaufblähung.
Die mathematische Regel: So wird Zinseszins berechnet
Die konkrete Berechnung hängt davon ab, ob Sie nur ein Startkapital haben oder zusätzlich regelmässige Einzahlungen (Sparraten) tätigen. Zunächst muss der jährliche Zinssatz (p.a.) auf die gewählte Verzinsungsperiode umgerechnet werden. Bei monatlicher Verzinsung teilt man den Jahreszins durch 12. Die Gesamtdauer wird in die entsprechende Anzahl an Perioden umgewandelt (Jahre × Perioden pro Jahr).
1. Fall: Berechnung ohne regelmässige Sparrate
Hier kommt die klassische Zinseszinsformel zum Einsatz: Endkapital = Startkapital × (1 + Zinssatz pro Periode)Anzahl der Perioden. Der Term „(1 + Zinssatz)“ wird so oft mit sich selbst multipliziert, wie es Perioden gibt. Diese Formel beschreibt das reine Wachstum eines einmalig angelegten Betrags.
2. Fall: Berechnung mit regelmässiger Sparrate
Zusätzlich zum Startkapital werden regelmässige Einzahlungen am Ende jeder Periode getätigt (nachschüssige Rente). Das Gesamtendkapital ist die Summe aus zwei Komponenten: dem verzinsten Startkapital (siehe oben) und dem Zukunftswert der Sparratenreihe. Die Formel für den Zukunftswert der Rente lautet: Sparrate × [(1 + Zinssatz pro Periode)Anzahl der Perioden – 1] / Zinssatz pro Periode. Beide Teile werden addiert, um das finale Endkapital zu erhalten.
Ein ausführliches Beispiel Schritt für Schritt
Stellen Sie sich vor, Sie möchten für die Ausbildung Ihres Kindes sparen. Sie haben heute 15'000 CHF zur Verfügung und können monatlich 200 CHF zurücklegen. Sie gehen von einer durchschnittlichen jährlichen Verzinsung von 5% aus, wobei die Zinsen monatlich dem Kapital zugeschlagen werden. Die Laufzeit beträgt 18 Jahre.
- Startkapital: 15'000 CHF
- Monatliche Sparrate: 200 CHF
- Zinssatz p.a.: 5%
- Verzinsungsperiode: Monatlich
- Laufzeit: 18 Jahre
Zuerst rechnen wir um: Der monatliche Zinssatz beträgt 5% / 12 = 0,4167%. Die Anzahl der Perioden ist 18 Jahre × 12 Monate = 216 Monate.
Nun berechnen wir das Endkapital des Startbetrags: 15'000 CHF × (1 + 0,004167)216 ≈ 15'000 CHF × 2,445 = 36'675 CHF.
Anschliessend berechnen wir den Zukunftswert der monatlichen Sparraten: 200 CHF × [(1,004167)216 – 1] / 0,004167 ≈ 200 CHF × (1,445 / 0,004167) ≈ 200 CHF × 346,8 = 69'360 CHF.
Das Gesamtendkapital nach 18 Jahren beträgt somit 36'675 CHF + 69'360 CHF = 106'035 CHF. Von diesem Betrag stammen 15'000 CHF Startkapital und 43'200 CHF aus Ihren Einzahlungen (200 CHF × 216 Monate). Der beeindruckende Rest von 47'835 CHF ist allein auf den Zinseszinseffekt zurückzuführen.
Häufige Anwendungsfälle und was zu beachten ist
Für Anleger und Sparer: Der Rechner ist ideal für die Planung von ETF- oder Aktiensparplänen, Bausparverträgen oder der privaten Altersvorsorge. Er hilft, realistische Ziele zu setzen und den langfristigen Einfluss der Rendite zu verstehen. Denken Sie daran, dass die Rendite Schwankungen unterliegt und die berechneten Werte Prognosen sind.
Für Kreditnehmer und Gläubiger: Der Rechner zeigt, wie sich eine Schuld durch Zinseszins entwickeln kann. Hier ist besondere Vorsicht geboten: Das Schweizer Obligationenrecht (OR) setzt enge Grenzen. Nach Art. 314 Abs. 3 OR darf bei Darlehen Zinseszins – also die Verzinsung bereits fälliger, aber noch nicht bezahlter Zinsen – nur verlangt werden, wenn dies nach Fälligkeit dieser Zinsen ausdrücklich vereinbart wurde. Eine generelle Vorabvereinbarung im Vertrag ist unwirksam. Dieser Rechner dient der mathematischen Veranschaulichung, ersetzt aber keine rechtliche Beratung für Vertragsgestaltungen.
Für die Bildungsplanung oder grosse Projekte: Ob für das Studium der Kinder, den Bau eines Hauses oder die Gründung eines Unternehmens – der Zinseszinseffekt kann Ihnen helfen, den benötigten Ansparbetrag und die notwendige Zeit realistisch einzuschätzen.
Das passende Dokument für Ihre Vereinbarung
Wenn Sie die Berechnung für ein privates Darlehen genutzt haben, ist es wichtig, die Vereinbarung rechtssicher festzuhalten. Dafür bieten sich folgende Dokumente an:
Für ein Darlehen mit Zinsen empfiehlt sich der private Darlehensvertrag (item_id 7424). In diesem Vertrag können Sie den Darlehensbetrag, den vereinbarten Zinssatz, die Laufzeit und die genauen Rückzahlungsmodalitäten festlegen. Der Rechner kann die Felder für Darlehensbetrag, Zinssatz und Laufzeit in Monaten vorausfüllen.
Für ein zinsloses Darlehen innerhalb der Familie oder unter Freunden ist der zinslose Darlehensvertrag (item_id 7024) die richtige Wahl. Auch hier können die wichtigsten Stammdaten aus dem Rechner übernommen werden.
Zur einfachen schriftlichen Bestätigung einer bestehenden Schuld, beispielsweise nach einer informellen Geldleihe, eignet sich eine Schuldanerkennung (item_id 7429). Sie dient als klarer Nachweis über Höhe und Fälligkeit der Schuld.